Der Begriff Kreislaufwirtschaft zeigt einen neuen Trend der altbekannten Expansionswirtschaft, die ihr System weiterhin beliebt zu machen bemüht ist. Gemeint ist damit Sammlung und Recycling und die Bereitstellung CO2 -neutraler Energie, wobei hier auch Atomstrom wieder in Betracht gezogen wird. Deutlich mehr Strom wird benötigt, um die individuell genutzten Elektromobile in Gang zu bringen. Die Expansionswirtschaft lebt auch mit ihrer Kreislaufwirtschaft weiter auf dem Kurs von Konsum, Positions- und Luxusgütern und von Kapitalrenditen und Wertpapier-Erträgen. Eine machtpolitisch geplante Umstellung auf eine klimaneutrale Wirtschafts- und Lebensweise heizt die Expansion systemisch weiter an: das Artensterben und die Gefährdung von Biosphären und Weltmeeren gehen damit weiter – ein Zirkelschluss zu Lasten der Lebenswelt!

Eine langsame Umstellung auf eine nachhaltige Expansionswirtschaft könnten wir uns vermutlich privilegiert leisten. Durch die Schweizerische Nationalbank SNB haben wir allein im Jahr 2021 einen exorbitanten Gewinn von 26 Milliarden Franken gemacht über Anlagen in Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte. Durch diese unverhältnismässigen Gewinne setzen wir weniger privilegierte Landeswährungen unter enormen Druck, das heisst wir nehmen diesen Gesellschaften systemisch Güter und Leistungen weg – kraft unserer starken, vermeintlich sicheren Währungen. Da sind wir alle darin verstrickt; z.B. stark mit unserer Altersvorsorge. Auch wenn wir Glas, Altpapier und Aludosen sammeln und ab und zu eine Spende tätigen: wir unterstützen damit und mit unserer Währung ein System der Umweltschädigung und der Ungerechtigkeit. Hier begründet sich das Hauptargument eines Systemwandels. Das Konzept der global synergetischen Währungen gsw will eigene Gesellschaftswährungen aufbauen, um globale soziale Gerechtigkeit mit einer ökologisch konditionierten Wirtschaft zu verbinden – die ökosoziale Kreislaufwirtschaft.

Dazu postuliert gsw eine ökosoziale Kreislaufwirtschaft, die überschaubar und näher bei den Menschen in den Regionen stattfindet; sich dann global mit einer verbindenden Währung organisiert und möglichst weitgehend abgrenzt von der sinnlosen Expansion und ihren treibenden Finanzmechanismen. Abgewendet von unsinnigem Überfluss und Verschwendung – eine kluge Suffizienz gestaltend – erstrebt sie das wertvolle Gut, mehr Zeit zu haben für persönliches Tun und für Beziehungen zu nächster Umgebung und zur globalen Lebenswelt.

Für die privilegierten Gesellschaften des industriellen Wohlstandes bedeutet dies eine vermehrte Hinwendung zu gesellschaftlichen Dienst- und Care-Leistungen, die alle in angemessener Weise bezahlt werden im Sinne eines Grundauskommens (1). Gesellschaften mit weniger Privilegien sollen den uneingeschränkten Zugang erhalten zu einer kooperativen Wirtschaftsweise, die ihnen Wohlergehen und ihre eigene kulturelle Entwicklung ermöglicht. Ohne eine global gerechte Wirtschaftsweise werden die privilegierten Gesellschaften zunehmend mit den Problemen von bewaffneten Konflikten und Wirtschaftsmigration konfrontiert sein.

Ohne Gerechtigkeit kann sich kein gesellschaftlicher globaler Friede entwickeln.


(1) Also nicht Grundeinkommen, welches von Steuern und und Umsatzbeiträgen finanziert und damit die Wirtschaftsexpansion weiter anheizen würde.